1871 gründeten Dr. Ludwig und Julie Ehinger-Sarasin an der Riehentorstrasse 21 die erste Krippe der Stadt Basel. Das kinderlose Ehepaar wollte so mithelfen, die Not der Arbeiterkinder zu lindern. Aus der «Krippe im Klein-Basel» sind die «Kinderkrippen Bläsistift» hervorgegangen.
Ende des 19.Jahrhunderts lebten die meisten Menschen im Kleinbasel unter schlechten Bedin-
gungen. Das dicht bevölkerte Industriequartier war quasi über Nacht aus dem Boden gestampft worden. Armut, Unterernährung und lange Arbeitszeiten in der Fabrik prägten den Alltag der Bevölkerung. Die hygienischen Bedingungen in den Arbeiterwohnungen waren miserabel, die Kindersterblichkeit entsprechend hoch. Deshalb entschloss sich das gut situierte Ehepaar Ludwig und Julie Ehinger-Sarasin, im Kleinbasel eine Krippe zu gründen. Am 18. März 1871 konnten sie den Basler Pfarrämtern und Armen-
pflegern die Eröffnung der «Kinderkrippe in Klein-Basel» bekannt geben. Die Krippe nahm Kinder von Taglöhnern, Handwerksgesellen, Fabrikarbeitern und
Die Krippe änderte den Namen 1911, als im Kleinbasel mit der St. Theodorskrippe eine zweite Krippe entstand. Seit diesem Jahr nannte sie sich «Krippe im Bläsistift». Im gleichnamigen Gebäude der Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige (GGG) konnte sie sich 1890 - nach einer Odyssee durch verschiedene Wohnungen des Quartiers - einmieten. 1967 wurde das Bläsistift durch einen Neubau ersetzt. Die Bläsikrippe - wie sie im Volksmund genannt wurde - zügelte vorübergehend in die ehemalige Soldaten-
stube der Kaserne. Aus diesem Provisorium entstand ein neuer Zweig, die Klingentalkrippe. Die beiden Krippen bilden heute zusammen mit der Erlenmatt-Krippe, die im Frühjahr 2005 dazugekommen ist, die «Kinderkrippen Bläsistift».